Scheunenfunde: Wappen

Die Heraldik kennt die Entwicklung von Symbolen auf Schilden und Rüstungen von Herrscherhäusern. Dieses Wappen kann als eine Art «missing link» der eigenständigen Entwicklung vom Werkzeug zum (Bauern-)Wappen angesehen werden. Das vorliegende Stück diente folglich nicht der Verteidigung im Kampf mit Lanze und Schwert, sondern dem Bauern als Symbol seiner Überlegenheit und Verbundenheit mit Grund und Boden. Wikipedia weiss: „Mit dem aufkommenden Feudalismus des Mittelalters wählten die Herrscherhäuser eigene Symbole für ihre Schilden und Rüstungen. Die Kreuzzüge (1096–1149) führten dazu, […]

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Scheunenfunde: Stacheldraht

Stacheldraht, der mit Gras umhüllt ist, aufgerollt auf einer Spule mit Holzgriffen (nachträglich angebracht). Ältere Spisser (Rinderwald, Ladholz, Linter, Gempelen) mögen sich noch an Hirtenbuben erinnern, die vor dem Aufkommen des Weidedrahts während der Sömmerung des Viehs aufpassen mussten, dass dieses nicht zu nahe bei den steilen Felsen weidete. Steinschlag und Abstürze wären die Folge gewesen, hätten die Halbwüchsigen nicht aufgepasst. Aus dieser Sorge fürs Vieh ist es verständlich, dass die um die Jahrhundertwende aufkommenden Stacheldrähte kritisch beachtet wurden. Man […]

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Scheunenfunde: Kreissäge

Bevor es die traditionellen, aus einem Stück gefertigten Kreissägeblätter gab, konnten findige Sager eine Blattsäge als Kreissäge einsetzen. Benutzt wurde diese vor allem zur Anfertigung von Stabellen und Fassboden. Diese wurden aus einem Stück Holz gesägt. Mit dem Aufkommen maschineller Kreissägen verschwand die manuelle Kreissäge auf den Dachboden und in Scheunen. Mein Grossvater beschrieb die Entstehung so: „Als wir im Sommer von einem grösseren Gewitter überrascht wurden, gingen wir in den Schärmen und liessen die Blattsäge im Wald liegen. Auf […]

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Scheunenfunde: Festplatte

Dieser Scheunenfund deckt eine visionäre Zeit des Schweizer Erfindergeists ab, als im Zuge der ersten Industriellen Revolution unmögliches mittels neuer Geräte und Maschinen möglich gemacht werden konnte. Diese im Tagebuch umschriebene «Festplatte mit Komprimierung» konnte bis zu drei Bücher auf ihr kleinstes Mass komprimieren. Man träumte davon, einst ganze Bibliotheken in einer Pferdekutsche oder gar Hosentasche unterzubringen. Auf den paar losen Seiten, eingesteckt im Tagebuch des Aargauer Industriegehilfen Hanswalter Sterchi (1834-1893) finden sich die Pläne und ein Beschrieb der „Festplatte“ […]

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Raum der Stille

Im Sommer 2015 fand ein kirchgemeindeinterner Wettbewerb zur Gestaltung einer Wand im neuen Raum der Stille statt. Der Raum befindet sich in der ehemaligen Sakristei der Kirche, welche renoviert und nun künstlerisch gestaltet wurde. Meine Gestaltung «Die ganze Bibel» hat diesen Wettbewerb gewonnen, so dass ich dies ausführen konnte. Zum Projekt: Die Gestaltung von umfasst ein zwei mal zwei Meter grosses Plakat, auf welchem der ganze Bibeltext abgedruckt ist. Das sind 726’510 Wörter in Schriftgrösse 4. Vor dem Text hängt […]

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Grenzen

Bis man sich als Künstler dorthin etabliert hat, wo man sein Ding macht und genau weiss, was das ist, ist man in einer Aufbauphase. In dieser Phase müssen die Grenzen ausgelotet werden. Und zwar wünsche ich mir, dass diese Phase ewig dauert. Wenn einer eine Grenze niederreisst, ist der Lärm gross. Der Aufbau ist jedoch viel intensiver. John Franklin sagt, dass für den Künstler das wichtigste sei „to articulate boundaries which do not oppress or hem in but serve a […]

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